Altbausanierung.

Balkonsanierung.

 

 

Was man unter einer Balkonsanierung versteht - und wann sie notwendig wird.

Neben dem Garten und der Terrasse ist der Balkon der Deutschen liebster Rückzugsort im Freien. Besonders im Sommer lässt sich der Feierabend am schönsten auf dem Balkon genießen. Getrübt wird die Freude aber, wenn der Balkonboden nicht fachgerecht ausgeführt wurde und unschöne Risse, lose Fliesen und Platten und oft auch Abplatzungen, sowohl am Belag, als auch an der darunterliegenden Tragkonstruktion auftreten. Leider wurden in der Vergangenheit Balkone und Terrassen einfach mit Fliesen belegt, ohne einen Aufbau zu schaffen, der den hohen Belastungen durch Witterungseinflüsse langfristig gewachsen ist. Zwar sind die gewählten Fliesen und Platten meist frostsicher, die Art der Verlegung ist jedoch häufig so durchgeführt worden, dass Feuchtigkeit in den Untergrund eindringen kann und Frostschäden entstehen können. Auch thermischen Spannungen durch die hohen Temperaturschwankungen bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer und Frost im Winter ist die Konstruktion ausgesetzt. Neben den optischen Einschränkungen durch die geschädigten Oberbeläge können diese Probleme, soweit sie über Jahre nicht behoben werden, auch zu einer massiven Schädigung der Konstruktion, insbesondere bei Stahlbeton und seltener vorhandenen Holzkonstruktionen führen. Je nach Aufbau der vorhandenen Konstruktion und Besonderheiten der örtlichen Gegebenheiten, aber auch entsprechend der Wünsche der Hauseigentümer und Nutzer sind verschieden langfristige schadenfreie und ästhetische Systemaufbauten verfügbar. Für fast jede Anforderung stehen heute Systemlösungen zur Verfügung. Erforderlich sind hierfür jedoch neben der umfassenden Kenntnis von Baukonstruktionen, auch solche, die historisch in den vergangenen Jahrzehnten zum Einsatz gekommen sind, umfassende Fachkenntnisse und handwerkliche Fertigkeiten. Daher sollte die Ausführung einer Balkonsanierung immer durch ein spezialisiertes Fachunternehmen erfolgen. Nur so können Sie sicher sein, dass die Ausführung so erfolgt, dass man viele Jahre Freude an seinem Refugium im Freien hat.

Warum Plattenbeläge allein nicht zur Abdichtung taugen.

Die Idee, den Balkon mit Plattenbelägen wie Fliesen oder Betonplatten abzudichten, klingt grundsätzlich erst einmal naheliegend, sind doch die Platten an sich meist wasserdicht. Doch das Problem beginnt mit dem schwächsten Glied in der Kette: der Verfugung. Auch eine fachlich absolut einwandfrei durchgeführte Verfugung verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit nicht. Die thermischen Eigenschaften des Fugenmaterials und dessen Wärmeausdehnungskoeffizient führen immer zu einer meist minimalen Haarrissbildung, durch die Wasser in die Konstruktion eindringen kann.

An diesen Stellen dringen Regen und schmelzender Schnee in das Kleberbett und die Unterkonstruktion ein. Dies führt im ersten Schritt selten zu Schäden. Erst wenn darüber hinaus Frost einwirkt, kommt es meist zum Lösen der Fliesen oder Platten durch die Ausdehnung des Wassers in der Konstruktion. Der Haftverbund zwischen Platten und Kleber funktioniert nicht mehr und die Platten liegen hohl oder lösen sich. Oft werden auch keine ausreichenden Dehnungsfugen im Belag und darunter vorgesehen. Die durch Temperaturschwankungen auftretenden Spannungen können von den eher starren Fugen zwischen den Platten nicht aufgenommen werden und die Platten lösen sich. Ist dieses Stadium erreicht, werden erste Schäden sichtbar. Wird jetzt nicht gehandelt, kann nun Feuchtigkeit noch leichter in die Konstruktion eindringen und auch die darunterliegende Konstruktion, meist aus Estrich und einer Stahlbetonplatte oder ausbetonierten Stahlträgerkonstruktionen bestehend, schädigen. Wer sich zu lange Zeit lässt, riskiert, dass gravierende Schäden auftreten, die aufwendige Beton-Instandsetzungsmaßnahmen, Trägeraustausch oder sogar den erforderlichen Rückbau des gesamten Balkons zur Folge haben können. Letzteres ist jedoch nur erforderlich, wenn eine Instandsetzung aufgrund der starken Schädigung unmöglich oder unwirtschaftlich ist. Hier arbeiten Handwerker intensiv mit Tragwerksplanern zusammen, um Schäden zu beurteilen und erforderliche Maßnahmen festzulegen.

Ist eine Sanierung möglich, können, je nach örtlicher Situation und Kundenwunsch, verschiedene Systemaufbauten bei der Sanierung Anwendung finden. Sowohl fest verlegte Fliesenbeläge, als auch lose verlegte Platten auf Splittbett oder Stelzlagern sowie Holz- oder Kunststoffdielen, sind genauso wie pflegeleichte Beschichtungen mit unterschiedlichen Dekoren möglich. Auf die unterschiedlichen Konstruktionen und ihre Vor- und Nachteile gehen wir im entsprechenden Abschnitt weiter unten noch näher ein.

Je nach Schadensbild, aktueller Konstruktion des Balkons, Anschlusshöhen von bodentiefen Fenstern und Türen sind unterschiedliche Maßnahmen und Systemaufbauten möglich und für eine fachgerechte Balkonsanierung erforderlich. Neben der eigentlichen Sanierung der Balkonoberfläche sind so unter Umständen auch weitere Arbeiten an den umliegenden Bauteilen erforderlich, um ein gelungenes Gesamtergebnis zu erreichen. So bauen z.B. neue Systemaufbauten zum Erreichen eines ausreichenden Gefälles unter Umständen höher auf als die zuvor vorhandenen Aufbauten. Oft sind die vorhandenen Schwellenhöhen der installierten bodentiefen Türen und Fenster dann nicht mehr ausreichend, sodass Wasser bei Regen ungehindert in den Innenraum eindringen kann. Darüber hinaus sind nach den Fachregeln ohne weitere Maßnahmen Schwellenhöhen von 15 cm vorgesehen, mit zusätzlichen Maßnahmen sind 5 cm zulässig. Diese kann häufig nur durch den Einbau neuer Fenster oder Türen erreicht werden. Auch die vorhandenen Balkongeländer stellen oft ein Problem bei der Sanierung dar. Bis in die 1980er Jahre wurden die Geländerstützen oft durch den Belag an der Unterkonstruktion, meist der Betonkragplatte oder -decke befestigt. Geländer und Balkonbelag dehnen sich jedoch bei Temperaturschwankungen unterschiedlich thermisch aus. Hinzu kommen Belastungen durch äußere Bewegungseinwirkungen. Im Ergebnis sind diese Durchdringungen, auch wenn sie korrekt abgedichtet werden, ein Schwachpunkt bei jeder Balkonabdichtung.

Häufig dringt hier nach einigen Jahren Wasser in die Konstruktion ein. Daher beinhaltet eine fachgerechte Balkonsanierung heute immer auch ein Balkongeländer, dass nach Möglichkeit von unten, falls dies nicht schon der Fall ist, seitlich am Balkon befestigt ist. Es besteht so kein Berührungspunkt mit der Balkonabdichtung. Im Ergebnis halten Balkone, die diesen Punkt berücksichtigen, deutlich länger als solche, bei denen die Geländerstützen durch die Abdichtungsebene führen. Was aber tun, wenn der aktuelle Balkon genau solche Geländer aufweist? Unter Umständen kann das vorhandene Geländer, soweit es in sonst gutem Zustand ist, umgearbeitet werden. Oft rechnet sich das wirtschaftlich jedoch nicht, zumal in früheren Zeiten Stahlgeländer ohne Verzinkungen angebracht wurden und diese dadurch sehr wartungsintensiv sind: Alle paar Jahre muss die Oberfläche von Roststellen befreit und neu lackiert werden. Moderne Geländer sind dagegen zum Rostschutz verzinkt und falls dies optisch gewünscht ist, auch noch pulverbeschichtet. Darüber hinaus kommen auch die etwas höherpreisigen Edelstahlgeländer zum Einsatz, bei denen auf eine Oberflächenbehandlung zum Korrosionsschutz gänzlich verzichtet werden kann. Geschmacksache ist letztlich, ob die verwendetet Geländer mit Füllungen aus Glas, Schichtstoffplatten oder einfachen Stäben als Absturzsicherungen und ggfs. Sichtschutz ausgeführt werden. In jedem Fall handelt es sich um Maßanfertigungen, die für den individuellen Einsatz hergestellt werden.

Wer sich mit dem Thema der Balkonsanierung intensiver auseinandersetzt, merkt schnell, dass bei der Ausführung viele verschiedene Handwerksdisziplinen gefragt sind. Je nach Systemaufbau und erforderlichen Nebenarbeiten kommen Gerüstbauer, Dachdecker, Estrichleger, Fliesenleger, Metallbauer und Fensterbauer zum Einsatz. Aus Gründen der Gewährleistung empfiehlt es sich, alle Arbeiten, die den Balkonbelag selbst betreffen, von einem Generalunternehmer aus einer Hand erstellen zu lassen. So ist sichergestellt, dass, wenn der Erfolg der Sanierung, nämlich ein dichter, schadenfreier Balkon, nicht wie gewünscht eintritt, ein Unternehmer die Verantwortung hierfür trägt. An diesen kann sich der Kunde dann wenden. Werden Einzelgewerke bei den jeweiligen Handwerkern beauftragt, kann jeder der Beteiligten hinterher auf den anderen verweisen und behaupten sein Werk sei einwandfrei, der andere habe einen Fehler gemacht oder sein Werk sei durch die Arbeiten der anderen wohl beschädigt worden. So fällt es schwer, den Verantwortlichen auszumachen und die erneute Reparatur oder Neuerstellung durchzusetzen. Die Aufgabe des Generalunternehmers übernimmt die Hölscher Bauunternehmung gerne für Sie. Dank jahrzehntelanger Erfahrung sind fast alle gemeinsam mit unseren Partnern umgesetzten Balkonsanierungen langfristig erfolgreich. Zu Ihrer Sicherheit übernimmt das Hölscher Bauunternehmen für den Fall der Fälle die Gesamtverantwortung für die gesetzliche Gewährleistung. Das gilt für 5 Jahre ab Abnahme für alle bei der Balkonsanierung ausgeführten Arbeiten. 

Alte Balkone, insbesondere wenn es sich um thermisch nicht von der Geschossdecke getrennte Stahlbetonkragplatten handelt, sind zum einen schadensanfällig, zum anderen wahre Energieschleudern: Durch die Konstruktion wird Wärme aus dem Innenraum über die Decke direkt nach außen geleitet. Bei entsprechender Schädigung oder wenn eine energetisch bessere Lösung gesucht wird, ist daher auch der Abbruch solcher Betonkragplatten häufig eine gute Option gegenüber einer Sanierung. Stattdessen können meist auch großzügigere Stahlbalkone, die thermisch vom Gebäude getrennt und aufgrund der Konstruktion deutlich weniger schadenanfällig sind, aufgestellt werden. Auch für diese Arbeiten sind wir ein kompetenter Ansprechpartner: Denn im Rahmen einer solchen Maßnahme sind neben den Stahlbauarbeiten zur Erstellung der Vorbaubalkone, der Abbruch der vorhandenen Balkone, Änderungen von Fassade, Türen und Fenstern sowie die Herstellung von Fundamenten für die neuen Balkone erforderlich. Achtung: Im Gegensatz zu einer Balkonsanierung, ist für Abbruch und Neuerstellung der Balkone in der Regel die Einholung einer Baugenehmigung erforderlich.

Wenn es in der Wohnung von oben tropft: Unterwohnte Balkone.

Zum Beispiel in Terrassenhäusern, bei Dachterrassen oder bei Loggien gibt es den Sonderfall, dass unterhalb der Wohnraumerweiterung im Freien wiederum geschlossene Räume zu finden sind. In diesem Fall bildet der Boden des Balkons die Decke für die darunterliegende Wohnung. Ist die Abdichtung defekt, kann Wasser in den darunter liegenden Raum eindringen und es kann zu Feuchtigkeitsschäden an der Bausubstanz, Einrichtung und in der Folge auch zu Schimmelbildung kommen. In solchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt, um weitere Folgeschäden zu vermeiden. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass eine Abdichtung in diesem Fall genauso wie bei einem anderen Flachdach ausgeführt und erst im Anschluss die Oberfläche, wie oben beschrieben, nach den Wünschen der Bewohner und Eigentümer erstellt werden können. Neben der richtigen Ausbildung des Gefälles, der Abdichtung und fachgerechten Anschlüssen, unter anderem an Türen und Fenstern, gehört zu der ordnungsgemäßen Abdichtung in diesem Fall auch eine entsprechende Wärmedämmung, in der Regel nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Wir von der Hölscher Bauunternehmung beraten Sie ausführlich bezüglich Balkonsanierung, Balkonabdichtung und Balkonrenovierung. Wir wissen, welche Fehler es bei Instandsetzung sowie Neuerstellung eines Balkons zu vermeiden gilt und können auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken.

Hilfreiche DIN-Normen bei der Auswahl von Bauwerksabdichtungen

https://de.wikipedia.org/wiki/DIN_18195

Wie läuft eine Balkonsanierung ab?

Eine Balkonsanierung lässt sich zunächst in die folgenden drei Phasen unterteilen:

  1. Ist-Analyse und Bestandsaufnahme – Entwicklung eines Sanierungskonzeptes
  2. Rückbau des schadhaften Bestandes
  3. Neuaufbau des Balkons inkl. Abdichtung und Oberbelag sowie weiterer notwendiger Arbeiten

Der genaue Ablauf und Umfang und Art der Maßnahmen hängen von der gewählten Konstruktion ab.

Phase 1: Ist-Analyse und Bestandsaufnahme - Entwicklung eines Sanierungskonzeptes.

Wie auch bei anderen Sanierungen und Bauvorhaben sollte eine Bestandsaufnahme und solide Planung auf der Basis der Ergebnisse an erster Stelle stehen. So handhaben wir dies auch beim Hölscher Bauunternehmen. Beim Vor-Ort-Termin nehmen wir Ihren Balkon in Augenschein und überprüfen diesen auf Schäden, sowohl hinsichtlich des Belags, als auch der Abdichtung. Beurteilt werden auch die vorhandene Art der Entwässerung, Gefälle und Anschlüsse an angrenzende Bauteile. Darüber hinaus nehmen wir eine erste Beurteilung der weiteren Bausubstanz vor, um festzustellen, ob bereits Schäden an der Tragkonstruktion vorliegen.

Oft lassen sich offensichtliche Schäden auch ohne zerstörende Prüfungen feststellen. Das genaue Schadenausmaß und die damit verbundenen Kosten einer Sanierung lassen sich jedoch häufig erst nach Bauteilöffnung und weiterer Beprobung feststellen.

Darauf aufbauend wird das Sanierungskonzept festgelegt. Entsprechend der festgestellten Schäden, verfügbarer Aufbauhöhe, Art der Entwässerungsführung, nötiger Wärmedämmung, vorhandener Tragkonstruktion und nicht zuletzt seitens des Eigentümers gewählten Oberbelags wird ein abgestimmter Systemaufbau des Balkons festgelegt. Weiter werden die erforderlichen Nebenarbeiten, die nicht den Aufbau der Balkonoberfläche selbst betreffen, wie z.B. Arbeiten an Terrassentüren- und Fenstern, Geländer, Anschlüsse an Wände und andere Bauteile und nötige Gerüstbauarbeiten festgelegt.

Phase 2: Rückbau des schadhaften Bestandes.

Bevor der Balkon saniert werden kann, muss zuvor der schadhafte Bestand inklusive des alten Belags bis auf die Tragkonstruktion zurück gebaut und fachgerecht entsorgt werden. Zu entfernende Bauteile wie Balkongeländer werden entfernt und je nachdem, ob sie weiterverwendet werden sollen, für die Wiederverwendung gelagert oder entsorgt. Oft erleben wir, dass Anbieter auf diesen Schritt verzichten und neue Abdichtungen und Oberbeläge auf schadhafte Balkone aufbringen. Bei Schweißbahnabdichtungen ohne darunterliegende durchfeuchtete Dämmung ist dies eine gängige Möglichkeit, eine Fläche wieder abzudichten. Bei Fliesenbelägen, die häufig eine unklare Haftung zum Untergrund haben und insbesondere, wenn der Aufbau des Altbestands unklar ist, ist dies aus unserer Sicht jedoch keine solide Möglichkeit zur Sanierung. Jede Balkonsanierung ist aufgrund der erforderlichen Nebenarbeiten, z.B. der Gerüststellung mit hohen Kosten verbunden, daher empfehlen wir, lieber einmal einen fachgerechten Neuaufbau herzustellen, als eine weitere Abdichtungslage mit Oberbelag auf den schadhaften Altbestand aufzubringen. Wird auf die neue Abdichtung verzichtet, werden tatsächlich nur die Symptome des schadhaften Oberbelages beseitigt, der Schaden bleibt jedoch und es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Schäden sichtbar werden. Die freigelegte Fläche wird abschließend gereinigt und ist nun für die Neuerstellung vorbereitet.

Phase 3: Neuaufbau des Balkons inkl. Abdichtung und Oberbelag sowie weiterer notwendiger Arbeiten.

Im Anschluss kann der Neuaufbau des Balkons im zuvor festgelegten System erfolgen. Unter Umständen sind zuvor noch weitere Vorarbeiten wie der Austausch von Terrassentüre- und fenstern erforderlich. Beim Neuaufbau der Balkonoberfläche ist es besonders wichtig, die Vorgaben des Systemherstellers hinsichtlich der Verarbeitung und Kompatibilität der eingesetzten Materialien genau einzuhalten. Weiter entscheidet die Sorgfalt des ausführenden Handwerkers darüber, ob die Sanierung langfristig erfolgreich ist. Werden zum Beispiel bei Abdichtung und Fliesenverlegung die Verarbeitungsvorgaben gewissenhaft umgesetzt, kann es schnell zu erneuten Undichtigkeiten kommen und der Aufwand der Sanierung war, zumindest teilweise vergeblich, da der Belag samt Abdichtung in diesem Falle abermals neu erstellt werden muss. Im Anschluss an die Herstellung des Bodenaufbaus können die weiteren erforderlichen Nebenarbeiten wie die Montage von Regenrinnen und Balkongeländern erfolgen.

Mögliche Beläge und Dekore für die Balkonrenovierung / Balkonsanierung.

Die Wahl eines bestimmten Oberbelages beeinflusst auch die Art der möglichen Abdichtungen und die technisch erforderliche Aufbauhöhe für einen Balkon-Systemaufbau. Grundsätzlich sind viele verschiedene Arten von Oberbelägen möglich, jedoch eignen sich aufgrund von technischen Rahmenbedingungen nicht alle für jeden Fall oder sind nur mit erhöhtem Aufwand umsetzbar. Alle Varianten haben Vor- und Nachteile, über die wir Sie gerne auch persönlich beraten. Hier stellen wir eine Auswahl von Balkonbelägen vor, die wir Ihnen anbieten können:

Die Klassiker: Fliesen und Naturstein fest verlegt.

Viele Kunden wünschen sich fest verlegte Platten auf dem Balkon, die gut zu reinigen sind. Oft ist auch gewünscht, dass der Belag aus dem Innenraum im Freien wieder aufgenommen wird. Dies ist mit frostbeständigen Fliesen und Natursteinen realisierbar. Farben und Dekore sind bei keramischen Platten in riesiger Auswahl für jeden Geschmack verfügbar. Bei einem geeigneten Systemaufbau sind diese, eine fachgerechte Verlegung vorausgesetzt, langfristig eine attraktive Lösung zur Gestaltung des Balkons. Gleiches gilt für geeignete Natursteinbeläge, die edel wirken und sehr dauerhaft sind. Hinsichtlich der Auswahl geeigneter Steine beraten wir Sie gerne. Bei Fliesen und Platten sollten Sie beachten, dass große und sehr große Plattenformate nur mit bestimmten Systemaufbauten realisierbar sind. Darüber hinaus empfehlen wir bei stark besonnten Flächen auf den Einsatz von sehr dunklen Platten zu verzichten, da sich diese im Sommer sehr stark erhitzen, was zu Schäden führen kann. 

Betonwerksteinplatten, keramische Platten und Naturstein lose verlegt.

Platten können auch lose im Splittbett oder auf Stelzlagern verlegt werden. Vorteil ist hierbei, dass diese bei Schäden an der Abdichtung leicht wieder aufgenommen und später erneut verlegt werden können. Seit einigen Jahren gibt es großformatige keramische Platten aus Feinsteinzeug, die so dick sind, dass sie auch in den vorgenannten Systemen verlegt werden können. Sie sind pflegeleicht und in vielen Farben und Oberflächen erhältlich. Nachteil bei Splitt ist, dass Wildkräuter gerne in den Fugen wachsen. Platten auf Stelzlagern verschieben sich gelegentlich und neigen dann zum kippeln, was ebenfalls nicht gewünscht ist.

Pflegeleicht und langlebig: Bodenbeschichtungen.

Bodenbeschichtungen stellen einen Sonderfall bei Balkonbelägen dar. Sie sind in der Regel gleichzeitig Abdichtung und Oberbelag. Durch eine Verschleißschicht kann die Abdichtung auch dauerhaft begangen und als Balkonbelag genutzt werden. Diese Beschichtungen gibt es in vielen Farben und mit Einstreu-Dekorchips für eine farbliche Gestaltung. Eine Variante der Beschichtung ist die Veredelung mit einer Quarzspachtelung. Hierbei wird farbiger Quarzkies auf die Abdichtung aufgespachtelt. Beschichtungen sind pflegeleicht und aufgrund der geringeren Anzahl an Arbeitsschritten gegenüber anderen Systemen oft kostengünstiger.

Natur auf dem Balkon: Holz als Balkonbelag.

Großer Beliebtheit erfreuen sich Echtholzdielen, die auf einer Unterkonstruktion verlegt werden. Vorteil ist, dass diese einfach montiert werden und bei Problemen mit der Abdichtung auch wieder abgebaut und später erneut verlegt werden können. Das Naturprodukt Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der gut recycelt werden kann. Also der ideale Oberbelag? Nicht ganz, denn es gibt auch Nachteile: Zum einen müssen die verwendeten Hölzer gut witterungsbeständig sein. Aus diesem Grund werden häufig tropische Harthölzer wie Bangkirai verwendet. Deren Herkunft ist jedoch meist nicht nachverfolgbar, ein Plantagenanbau wenig verbreitet. Man muss also davon ausgehen, dass hier für die eigene Terrasse Urwälder gefällt werden. Alternativ können auch weniger problematische Hölzer, wie die Robinie, Douglasie oder Lärche Verwendung finden. Diese sind allerdings nicht vergleichbar witterungsbeständig und pflegeintensiver. Mit speziell behandeltem Thermoholz steht seit einigen Jahren eine weitere, umweltfreundliche, jedoch recht kostspielige Alternative zur Verfügung. Alle Holzterrassen müssen regelmäßig mechanisch gereinigt, da sie sonst rutschig und unansehnlich werden. Darüber hinaus sollten diese auch, je nach Holzart, nach der Reinigung geölt werden, damit sie langfristig schön bleiben. Darüber hinaus werden bei dieser Art Belag relativ große Aufbauhöhen benötigt, weshalb Holzbeläge häufig im Neubau eingesetzt werden. Im Altbau reichen die Höhen der Türschwellen vom Balkon zum Innenraum meist nicht aus. 

Ähnliche Optik, anderes Material: Terrassendielen aus Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen.

Technisch fast gleich umzusetzen wie die vorgenannten Holzdielen stehen seit einigen Jahren auch Dielen aus kunststoffgebundenen Holzfasern zur Verfügung und stellen eine wichtige Alternative zu Echtholz dar. Die Witterungsbeständigkeit, Pflegeleichtigkeit und Langlebigkeit sind gute Argumente für diesen Werkstoff. Allerdings sind Optik und Fußgefühl nicht ganz wie beim Echtholz. Aus Umweltsicht ist positiv zu sehen, dass, soweit die verwendeten Hölzer nicht aus Raubbau stammen, natürliche Rohstoffe verwendet werden. Allerdings sind die Dielen weniger gut zu recyceln als Echtholz.


Welche Balkonarten können saniert werden?

Grundsätzlich sind erstmal alle Arten von Balkonen grundsätzlich sanierungsfähig: Holzbalkone, Stahlbalkone, Betonbalkone. Es gibt jedoch Fälle, in denen der Zustand so schlecht ist, dass eine Sanierung technisch und/oder wirtschaftlich gegenüber einer Neuerstellung nicht sinnvoll ist. Es ist empfehlenswert, hier einen Fachmann einzubeziehen, der eine Beurteilung vornimmt.

Wie teuer ist eine Balkonsanierung?

Die Kosten einer Balkonsanierung hängen von unterschiedlichen Faktoren wie dem Zustand des Balkons (Untergrund/Estrich/Fassadenübergänge) und dem gewählten Oberbelag ab. Auch die Lage des Balkons am Gebäude hinsichtlich der erforderlichen Transportwege ist hierfür relevant. Die Kosten für eine einfache Balkonsanierung beginnen für einen Einzelbalkon in der Regel im mittleren vierstelligen Bereich. Je mehr Balkone an einem Objekt in einer Maßnahme bearbeitet werden, desto geringer werden die Kosten je Balkon. Werden umfangreiche Nebenarbeiten wie neue Geländer erforderlich, können die Kosten pro Balkon auch schnell fünfstellig werden.

Wie lange dauert eine Balkonsanierung?

Die Dauer einer Balkonsanierung hängt maßgeblich von Umfang und Aufwand der durchzuführenden Maßnahmen ab. Ein weiterer Faktor ist auch der Grad der Beschädigung der Bausubstanz. Wenn die Fassade oder andere bauliche Elemente ebenfalls geschädigt sind, kann auch ein Komplettabriss und Neuerstellung des Balkons notwendig sein. In der Regel kann als Richtwert für die Ausführung (Planung ist also vorab erfolgt) ein Zeitraum zwischen zwei und acht Wochen angesetzt werden. Länger dauert es häufig, wenn Geländer angefertigt werden müssen, für die erst nach Abschluss aller anderen Arbeiten Maß genommen werden kann. Auch ungünstige Witterungsbedingungen können zu Verzögerungen bei der Ausführung führen. Bei niedrigen Temperaturen und starkem Regen oder Schnee können Arbeiten wegen den eingesetzten empfindlichen Materialien nicht ausgeführt werden. Daher empfiehlt es sich, Balkonsanierungen nicht im Winter durchzuführen. Da Arbeitsgerüste meist auch nach der Standzeit abgerechnet werden, führen lange Ausführungsdauern oft auch zu höheren Kosten für den Auftraggeber. Auch deshalb empfiehlt sich eine Ausführung im Sommerhalbjahr, auch wenn in der schönen Jahreszeit der Balkon dann nicht genutzt werden kann.

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